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04.04.2019

Aus der Urzeit auf den Bildschirm – 3D-Animation der Neandertaler-Funde aus Spy in Belgien

von AiD
Neufunde menschlicher Fossilien sind rar. Doch in den Archiven der Museen lagert ein Schatz aus 150 Jahren Forschung. Hier können Naturwissenschaftler mit weiterentwickelten und verfeinerten Methoden immer wieder neu ansetzen.

Im März hat ein Team um Dr. Christoph Wißing von der Universität Tübingen mit Kollegen vom Tübinger Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment sowie aus Belgien, Frankreich, Spanien, Japan und den USA eine aktuelle Studie veröffentlicht. Ihr Thema: die Ernährung des Neandertalers. Die Wissenschaftler vergleichen Isotopenwerte aus fossilen Knochen der letzten Neandertaler, früher moderner Menschen sowie von Tieren. Die Analyse der Isotope von Kohlenstoff, Stickstoff und Schwefel im Knochenkollagen lässt neue Rückschlüsse auf Ernährung und Wanderungen der Menschen sowie die damalige Umwelt zu. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Scientific Reports veröffentlicht: Die Ernährung von Neandertalern und modernen Menschen unterschied sich offenbar weniger als gedacht. Beide jagten bevorzugt große Pflanzenfresser wie Mammut und Nashorn, aber auch das Rentier. Besonders das Mammut war als Beutetier sehr wichtig.

Quasi nebenbei servieren die Forscher auf der Webseite der Universität Tübingen im Rahmen ihrer Pressemitteilung eine beeindruckende Animation der Neandertaler-Funde aus Spy in Belgien. Durch Anklicken kann man die Animation anhalten und bei festgehaltener Maustaste in die gewünschte Position bringen. Holen Sie sich die Neandertaler von Spy auf den Bildschirm:

Erster Schädel

Zweiter Schädel

Unterkiefer

Quelle der Animationen:
Pictures & 3D: Eric Dewamme; Copyright RBINS/DIGIT-3 Belspo; Licence: CC BY NC ND

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