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07.03.2019

Digitaler Fingerabdruck für Münzen

von Britta Widmann Kommunikation, Fraunhofer-Gesellschaft /AID

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Fälschung oder Original? Diese Frage können selbst Experten mit geschultem Auge nur schwer beantworten. Insbesondere bei Münzbeständen kommt es neben Fälschungen immer wieder zu Verwechselungen und Vertauschungen, beispielsweise beim Verleih der Exponate zwischen Museen.

Auf der Suche nach einer Lösung des Problems wandten sich Mitarbeiter des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt an das Fraunhofer IFF in Magdeburg. Ziel dabei war es, einen digitalen Fingerabdruck zu erstellen, mit dem die einzelnen Münzen wiedererkannt und klassifiziert werden. Um dies zu realisieren konzipierten die Projektpartner in enger Zusammenarbeit ein optisches Datenerfassungssystem und Softwareanalyseverfahren, das die alten Münzen digital erfasst und eindeutig beschreibt. Das Messsystem erfasst über 1000 optische Merkmale pro Münze und verfügt somit über eine Wiedererkennungsrate von über 98 Prozent. Zudem arbeitet es berührungslos und ermöglicht die beidseitige Datenerfassung von Gold-, Silber-, Bronze- und Kupfermünzen mit einem Durchmesser von fünf bis 75 mm. Bislang konnten so 10 000 Münzen eingescannt und digitalisiert werden. Die aufgenommenen Bilder werden als Messdaten interpretiert. Referenzmuster und Farbtafeln sorgen dafür, dass alle Bilder normiert und der Farbraum vergleichbar ist. Somit ist gesichert, dass sich die Bilddaten zwischen verschiedenen Institutionen vergleichen lassen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Buchrezension:
Mykene

Darmstadt: wbg Philipp von Zabern 2018, 392 S., ca. 500 Abb., 39,95 Euro


AiD-Lexikon:
Zahnformel

Auch Gebissformel oder Zahnschema genannt.