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06.02.2020

Graben – scannen – kleben: Digitale Archäologie mit »DigiGlue«

von AiD
Der 700.000 m² umfassende Kultur- und Archäologiepark Bliesbruck-Reinheim liegt auf der Staatsgrenze zwischen Deutschland und Frankreich. Mit der römischen Villa von Reinheim und der römischen Kleinstadt von Bliesbruck repräsentiert er nicht nur die regionale Geschichte, sondern auch einen Teil europäischer Vergangenheit.

Im Rahmen des neuen Projekts »DigiGlue« des Landesdenkmalamts Saarland, des Europäischen Kulturparks und der Firma MusterFabrik Berlin GmbH sollen nun die 5000 Fragmente bemalten Wandputzes wiederhergestellt werden, die in der römischen Villa von Reinheim entdeckt worden sind. Da verlässliche archäologische Analysen bezüglich der Datierung, der Herkunft sowie zum gesellschaftlich-historischen Hintergrund der Fragmente erst nach einer Rekonstruktion durchgeführt werden können, gilt es, diese möglichst ohne Verursachung von Schäden an dem fragilen Material durchzuführen. Die Lösung hierfür ist eine Technologie zur Digitalisierung, Visualisierung und Rekonstruktion von fragmentierten mehrdimensionalen Objekten, die bereits bei fragmentierten Glasmosaiken eingesetzt worden ist. Die Digitalisierung der Fragmente übernimmt ein 2,5D-Scanner, der die motivbehafteten Fragment-Vorderseiten optisch und die Volumendaten der dazugehörigen Fragment-Rückseiten sensorisch erfassen soll. Die anschließende Visualisierung der Fragmente solle die digitalisierten Bruchstücke virtuell wieder zu einem möglichst kompletten Wandbild zusammensetzen. Dazu können einzelne Fragmente direkt am Bildschirm gedreht, verschoben oder gezoomt werden. Auch die Bemalungen können farbig hervorgehoben, Fehlstellen optisch ergänzt sowie verschiedene Lichtspektren eingeblendet werden.

 

 

Buchrezension:
Metropolen der Antike

Darmstadt: wbg Philipp von Zabern 2019, 240 S., 48 Euro


AiD-Lexikon:
Zahnformel

Auch Gebissformel oder Zahnschema genannt.