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06.02.2020

Keltisches Superfood in Brunnen entdeckt

von AiD

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Archäologen des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege sind im Rahmen von bauvorgreifenden Untersuchungen auf dem Gelände des VARTA AG Konzerns in Nördlingen auf Reste eines Brunnens aus der Zeit um 130 v. Chr. gestoßen. Dieser war so gut erhalten, dass sich etwa 2000 Pflanzenreste von mehr als 60 Arten in den Sedimentproben vom Grund des Brunnens bestimmen ließen.

Neben Gerste, Dinkel und Dill befanden sich auch Spuren der Physalis sowie von Johanniskraut und Schwarzem Bilsenkraut darunter. Eine besondere Überraschung war der Rest einer Birne, die infolge antiker Quellen eine Modefrucht der vorrömischen Zeit gewesen ist. Ihre Nutzung im keltischen Raum konnte bislang aufgrund der häufig schlechten Erhaltungsbedingungen nur selten nachgewiesen werden. Darüber hinaus spiegelt der Fund auch die Besiedlungsgeschichte des süddeutschen Raums vor dem Abbruch der keltischen Besiedlung wider. Die gut erhaltenen Teile des Brunnens sollen nun konserviert werden.

 

 

Buchrezension:
Metropolen der Antike

Darmstadt: wbg Philipp von Zabern 2019, 240 S., 48 Euro


AiD-Lexikon:
Zahnformel

Auch Gebissformel oder Zahnschema genannt.