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02.08.2018

»Limestor« bei Dalkingen – doch kein Tor?

von Alamannenmuseum Ellwangen

Vor über 40 Jahren wurde am Limes bei Rainau-Dalkingen im Ostalbkreis (Baden-Württemberg) die Ruine eines monumentalen Steinbogens ausgegraben. Über diesem »Limestor« errichtete man einen schützenden Glasbau, unter dem der Befund besichtigt werden kann. Geophysikalische Prospektionen zeigen nun südöstlich des Schutzhauses ein Steingebäude von 20 m Seitenlänge. Der Verdacht erhärtet sich, dass im 3. Jh. kein monumentales Tor, sondern ein Heiligtum die Höhe am Limes beherrschte. Außerdem scheint es Hinweise auf einen Eremiten zu geben, der sich im frühen Mittelalter in die Ruine zurückgezogen haben könnte.

Diese Einsiedelei schlägt den Bogen zu Ellwangen und zum Alamannenmuseum: Bei den Ausgrabungen südlich des Limestores war in der Achse des Eingangs ein Grab angetroffen worden. Man entdeckte das Skelett eines Mannes, der – abgesehen von einem Geweihfragment – keine Beigaben hatte und in ostwestlicher Richtung beigesetzt war. Den Kopf rahmten drei Steine ein, die Füße lehnten an einer Steinplatte. Eine 14C-Datierung ergab, dass der Mann in den Jahren zwischen 689 und 868 n.Chr. gelebt hatte. Es liegt nahe, an die Bestattung eines Einsiedlers zu denken. Der Mönch könnte das Kloster Ellwangen verlassen haben, jagstaufwärts gewandert sein und sich hier in die römische Ruine zurückgezogen haben.

Im Eingangsbereich des Ellwanger Alamannenmuseums wird ab sofort die Sonderpräsentation »Tor oder Tempel – Neue Forschungen am Limestor Dalkingen« des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart gezeigt. Auf drei Bannern werden die neuen Erkenntnisse und Überlegungen präsentiert. Die Ausstellung kam auf Initiative der Limesbeauftragten des Ostalbkreises, Heidrun Heckmann, nach Ellwangen, die Texte und Abbildungen stammen vom Leiter des Limes-Informationszentrums Baden-Württemberg.

 

 

 

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