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06.02.2020

Recycling in der Altsteinzeit

von AiD

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Die Wiederverwertung von Abfall ist keine Erfindung des Industriezeitalters. Sie war bereits bei den frühen Jägern und Sammlern eine gängige Praxis. Dies kann in den altpaläolithischen Schichten der Qesem-Höhle in Israel für den Zeitraum 420.000 bis 200.000 v. Chr. durchgehend nachgewiesen werden.

Dort wurden alte Steingeräte nicht weggeworfen, sondern sie dienten als Rohmaterial für die Fertigung kleiner, sehr scharfer Werkzeuge. Während diese Stücke über lange Zeit wenig Beachtung fanden, zeigt nun die Arbeit der italienischen Forscherin Dr. Flavia Venditti von der Sapienza Universität in Rom, dass die kleinen Abschläge ein gängiger und bedeutender Bestandteil des altsteinzeitlichen Werkzeugkastens in manchen Fundstellen waren. Hinweise hierauf gaben Untersuchungen an Gebrauchsspuren, die bei der Bearbeitung von Fleisch, Häuten und Knochen sowie beim Zerlegen von Tieren und pflanzlichen Materialien entstehen. Für ihre Dissertation „The recycling phenomenon during the Lower Palaeolithic: the case study of Qesem Cave (Israel)“ wird die Italienerin am 6. Februar 2020 auf dem Schloss Hohentübingen mit dem Förderpreis für Urgeschichte und Quartärökologie ausgezeichnet.

Tipp zum Weiterlesen: Wer mehr über Gebrauchsspurenanalysen in Erfahrung bringen möchte, kann sich schon jetzt auf die AiD 2/2020 freuen, die ab dem 13. März 2020 im Handel erhältlich sein wird.

Buchrezension:
Medicus

– Medicus – Die Macht des Wissens
Darmstadt: wbg THEISS 2019, 256 S., 240 Abb., 30 Euro


AiD-Lexikon:
Zahnformel

Auch Gebissformel oder Zahnschema genannt.