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10.10.2019

Schweinefett statt Muskelschmalz?

von AiD

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Obwohl Stonehenge seit Jahrzehnten erforscht wird, ranken sich noch immer eine ganze Reihe Ungereimtheiten um das Monument. Dazu zählt u.a. die Frage nach dem Transport der 30-Tonnen-Megalithen an ihren Bestimmungsort. Geschah dieser mit blanker Muskelkraft oder nutzten die Bauherren Hilfsmittel?

Eine jüngst in der Zeitschrift Antiquity publizierte Studie liefert nun neue Ansätze zur Beantwortung dieser Frage.

Ausgangspunkt der Untersuchungen waren jene Rückstände von Schweinefett, die bereits vor einigen Jahren in prähistorischen Keramikgefäßen im nahegelegenen Ort Durrington Walls gefunden worden waren. Bislang hatte man vermutet, dass es sich dabei um Spuren von Essen handelte, mit dem die Erbauer von Stonehenge verköstigt wurden. Die Archäologin Lisa-Marie Shillito von der Universität Newcastle bezweifelt dies jedoch in ihrer Studie. Als Begründung dazu führt sie an, dass die Schweine hätten zerkleinert werden müssen, um in die eimergroßen Keramikgefäße zu passen. Tatsächlich aber fanden sich auf der gesamten ergrabenen Fläche nur vollständige Schweineschlachtkörper mit verbrannten Enden der Beinknochen – ¬ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Tiere am Spieß geröstet wurden. Sie hält es deshalb für wahrscheinlich, dass die Gefäße genutzt wurden, um das Fett aus den Kadavern zu sammeln, um anschließend die zum Transport der Megalithen genutzten Schlitten einzufetten.

Buchrezension:
Auferstehung der Antike

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Darmstadt: wbg Philipp von Zabern 2019, 132...


AiD-Lexikon:
Zahnformel

Auch Gebissformel oder Zahnschema genannt.