Einzelhefte

Titelthema: Die Heuneburg

 

Als die ältesten Städte Mitteleuropas gelten die spätkeltischen Oppida des 1. Jh. v.Chr. Doch intensive Forschungen lehren uns eines Besseren: In Süddeutschland und den angrenzenden Gebieten gab es schon im 6. und 5. Jh. v.Chr. vorübergehend städtisches Leben. Am besten erforscht ist die Heuneburg an der Oberen Donau. Die Burg bildet den Kern eines urbanen Zentrums, das wohl mit dem von Herodot erwähnten Pyrene gleichzusetzen ist. In den letzten Jahren haben sich die Ereignisse geradezu überschlagen. Die Wissenschaftler stießen auf Fürstengräber, Kultplätze, Befestigungen, Straßen und Dörfer, die einen völlig neuen Blick auf die Heuneburg und die Welt der frühen Kelten erlauben.

 

 

Titelthema: Albhöhlen. Moderner Mensch - Älteste Kunst

Vor etwas mehr als 40000 Jahren hat sich der moderne Mensch Homo sapiens bis nach Europa ausgebreitet und auch in den Höhlen der Schwäbischen Alb angesiedelt. Mit diesen Fundstellen des frühen ­Jung­paläolithikums sind auch die ersten Nachweise von Kunst verbunden. Anders als in Südfrankreich, wo die ersten Höhlenmale­reien entstanden sind, schnitzten die Menschen in Südwestdeutschland kleine Tier- und Menschenfiguren aus Mammutelfenbein und produzierten zudem die ersten ­Musikinstrumente: Flöten aus Mammu­t­elfenbein und Vogelknochen. Nun sollen die Höhlen, in denen diese Figuren und ­Flöten gefunden wurden, Weltkulturerbe werden.


Titelthema: Die Nordische Bronzezeit

Obwohl selbst an Rohstoffen arm, ist die Nordische Bronzezeit eine Periode, deren überbordender Reichtum an metallreich ausgestatteten Grabfunden in teils monumentalen Grabhügeln die archäologische Forschung Europas seit ihren Anfängen in den Bann geschlagen hat. In Baumsärgen samt Kleidung erhaltene Bestattungen der älteren Bronzezeit haben dazu ebenso beigetragen wie zahlreiche Weihefunde aus Bronze oder Gold in den Mooren Nordeuropas. Neue Forschungen erhellen nun die Kommunikationsnetzwerke der bronzezeitlichen Menschen in Norddeutschland und Dänemark und bereichern unser Wissen über ihre Bestattungssitten während des 2. und frühen 1. Jt. v. Chr.


Titelthema: Mahlzeit in der Vorzeit

Nahrung ist die Grundlage menschlichen Lebens. Über lange Zeit war das tägliche Wirtschaften auf die Nahrungsbeschaffung ausgerichtet. Veränderungen der Subsistenzstrategien waren Motoren der Entwicklung der Menschheit und bereiteten die Grund­lage für die Herausbildung sozialer Unterschiede. Untersuchungen von Überresten verzehrter Nahrungsmittel und ihrer Verfügbarkeit sind ein bedeutender Forschungsschwerpunkt im Studium der Vergangenheit. Unser Titelthema zeigt die Möglichkeiten und Erkenntnisse aktueller Studien in einem interdisziplinären Umfeld aus Archäobotanik, Archäozoologie, Anthropologie und dem Einsatz von Isotopenanalysen zur Entschlüsselung menschlichen Nahrungsverhaltens.


Titelthema: Neandertaler

Auch 160 Jahre nach seiner Entdeckung ist der Neandertaler in der Öffentlichkeit präsent:?Sensationelle neue Forschungsergebnisse haben unsere Vorstellung vom scheinbar tumben, erfolglosen Hinterwäldler der Humanevolution, die über mehr als ein Jahrhundert tradiert worden war, grundlegend verändert. Zudem erlaubt die moderne Wissenschaft ungeahnten Einblick in die Biologie und Kultur des Neandertalers. Wir müssen uns sogar damit abfinden, dass in jedem Europäer ein Stück Neandertaler steckt.

Titelthema: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser

Ein dichtes Netz adeliger Wohnsitze überzog Deutschland im späten Mittelalter und in der Renaissance. Obgleich zahlreiche Anlagen bis heute erhalten geblieben sind, ist deren ursprüngliche Gestalt häufig nicht mehr erkennbar. Mithilfe der Archäologie und der Bauforschung konnte in den letzten Jahren die Baugeschichte einzelner Adelssitze weitgehend geklärt werden. Zusammen mit den geborgenen Alltagsgegenständen ergibt sich ein facettenreicher Einblick in adelige Lebenswelten am Beginn der Neuzeit.

Buchrezension:
Warum die Arche nie gefunden wird – Biblische Geschichten archäologisch entschlüsselt

Darmstadt: Theiss Verlag 2016, 308 S., 39 S/W-Abb. u. 3 Karten, 24,95 Euro


AiD-Lexikon:
Danewerk

Riesige frühmittelalterliche Wallanlage im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Dänemark.