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Buchrezension

Der Abu Ballas-Weg

Frank Förster

– Eine pharaonische ­Karawanen­route durch die Libysche Wüste Köln: Heinrich-Barth-Institut 2015, 620 S., 376 S/W- u. Farb.-Abb., 23 Tab., 78 Euro

Es mutet nahezu unglaublich an, dass sich nach mehr als 4000 Jahren noch genügend Spuren eines altägyptischen Karawanenweges durch die Libysche Wüste erhalten haben, um dessen Route sowie Art und Weise der Nutzung zu rekonstruieren. Als Ergebnis eines langjährigen Forschungsprojektes lässt sich dieser Weg nun über eine Strecke von fast 400 Kilometer verfolgen: Von der Oase Dachla zum Gilf-Kebir-Plateau und wahrscheinlich darüber hinaus. Die Route zeichnet sich durch steinerne Wegzeichen, Versorgungsstationen, an denen mit Wasser gefüllte Keramikgefäße deponiert waren sowie im Wüstenboden erhaltene Trampelpfade aus. Als Transportmittel dienten Esel, für die diese Wasserstationen dienten. Das genügsamere Kamel, welches auf eine entsprechende Versorgung verzichten konnte, wurde erst gegen Mitte des 1. Jt. v.Chr. in Ägypten eingesetzt. Die wohl als Rohstoff- und Handelsweg genutzte Route wurde insgesamt jedoch nur sporadisch mit drei Hauptnutzungsphasen zwischen dem Ende des 3. Jt. bis zum Ende des 12. Jh. v.Chr. begangen. In drei Hauptteile gegliedert, beschreibt das Buch neben den Zielen und der Forschungsgeschichte sehr detailliert die Route und ihre Spuren, die praktische Nutzung des Weges sowie den historischen Kontext. Viele unnötige Wiederholungen machen den Text recht langatmig, doch schmälert dies das Leseinteresse an den ungewöhnlichen archäologischen Befunden nur geringfügig.

Dirk P. Mielke


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