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Buchrezension

Der Gott des Gelages

Alexander Heinemann

Dionysos, Satyrn und Mänaden auf attischem Trinkgeschirr des 5. Jahrhunderts v. Chr.

Berlin: De Gruyter 2016, 787 S., 20 Farb- u. 450 S?/?W-Abb., 129,95 Euro

Das antike Griechenland ist berühmt für seine mit bildlichen Darstellungen bemalten Vasen, die aufgrund ihrer ungeheuren Menge eine unerschöpfliche Quelle für kulturhistorische Forschungen darstellen. Im Fokus des vorgestellten Buches stehen die zu Tausenden überlieferten Darstellung­en des Gottes Dionysos und seines Gefolges (Satyrn und Mänaden) auf Trinkgeschirr aus Athen, dem Zentrum der Vasenproduktion in der klassischen Zeit. Diese Gefäße wurden speziell für das Trinkgelage, das Symposium, gefertigt und vermitteln eine Bilderwelt, die die mit Dionysos verbundenen Mythen, das erotische Treiben der Satyrn oder verschiedenste Rituale von Rausch und Ekstase umfassen. Das in acht Hauptkapitel gegliederte Buch bietet eine tiefgehende Auseinandersetzung mit der dionysischen Bilderwelt vor dem Hintergrund des Symposiums, für welche die Gefäße bestimmt waren. Neben den Kontexten der Verwendung werden ausführlich Art und Inhalt der Darstellungen behandelt, wobei auch die Interaktionen zwischen den Bildern und ihren Betrachtern diskutiert wird. Eine als »Schluss« bezeichnete Zusammenfassung sowie ein ausgiebiger Anhang mit Katalog, Bibliografie, Anmerkungen und Index schließen das monumentale Werk ab. Zwar richtet sich das Buch durch seine extreme Spezialisierung eher an einen kleinen Personenkreis, doch bietet es dafür ungeheuer tiefgehende Einblicke in die kulturellen Vorstellungen des antiken Griechenlands während seiner Blütezeit.

Dirk Paul Mielke


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