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Buchrezension

Die Macht der Karten

Ute Schneider

– Eine Geschichte der Kartographie vom Mittelalter bis heute
Darmstadt: Theiss-Verlag, 4. durchges. u. aktual. Aufl. 2018, 160 S., 94 überw.

Jeder zieht heute Karten zur Orientierung zu Rate, wenn auch oft nicht mehr in gedruckter Form, sondern etwa als Navigationssoftware. Kaum wird bewusst, dass jede Art von Karten seit ihren Anfängen in Zielsetzung, Form, Farben oder Inhalten bestimmte Intentionen widerspiegelt. Das vorliegende Buch blickt dabei – entgegen der Aussage des Untertitels – weit hinter das Mittelalter zurück. Zuerst stell­en wohl die Babylonier ihr Weltbild in grafischer Form dar; die Römer verzeichneten die Entfernungen in ihrem Imperium in der einzigartigen »Tabula Peutingeriana«. Die »Geographie« des Ptolemaios musste auf arabische und humanistische Kartografen für ihre Umsetzung in Kartenform warten.

Mittelalterliche Weltkarten bilden in erster Linie das biblische Heilsgeschehen, um Legenden der Zeit ergänzt, ab. Mit dem Zeitalter der Entdeckungen wächst der Bedarf nach praktischer Orientierung, zunächst anhand immer exakterer Küstendarstellungen. Im Lauf der Neuzeit erstreckt sich der Detailreichtum weiter über die gesamte Erdoberfläche und spiegelt schließlich die Vermessung der Länder wider. Durch die Darstellung von Grenzen erhalten Karten ein immer größeres politisches Gewicht.

Außer der historischen Entwicklung behandelt das reich bebilderte und anschaulich geschriebene Buch Aspekte wie die Projektion der Erdkugel in die Fläche, Globen, Grenzen der Kenntnisse, Beschriftungen, Rahmen, Farben, Ausrichtung und nicht zuletzt die Kartografen selbst.

Frank Unruh


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