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Buchrezension

Die Phönizier

Bärbel Morstadt

Darmstadt: Philipp von Zabern 2015, 175 S., 30 S?/?W Abb., 29,95 Euro

Obwohl die Phönizier im 1. Jahrtausend v.Chr. die mediterrane Welt nachhaltig mitgeprägt haben, werden sie im deutschsprachigen Raum eher als Randerscheinung betrachtet. Das vorliegende Buch ist deshalb ein willkommener Beitrag, diesen Umstand zu beseitigen. Als Einführung wird zunächst eine »Geschichte der Geschichte« präsentiert. Neben der Klärung der Begrifflichkeiten sowie einer ­räum­lichen und zeitlichen Eingrenzung wird hier die Auseinandersetzung mit den Phöniziern in Vergangenheit und Gegenwart beleuchtet. Hervorzuheben sind dabei die Hinweise, dass Geschichte stets zeitbezogen ist und konstruiert wird. Der nächste Abschnitt widmet sich Geografie und Geschichte der Kernregion des alten »Phö­nizien« im heutigen Libanon. Die Fortsetzung folgt unter der Überschrift »Außerhalb Phöniziens«. Dieser Teil der Darstellung umfasst die faszinierende phönizische Geschichte und Kultur im Vorderen Orient, auf Zypern, in der Ägäis, auf dem italischen Festland, ­Sardinien, Sizilien, Malta, Ibiza sowie der südlichen Iberischen Halbinsel und im nördlichen Afrika. Den Ausklang ­bildet ein kurzes Kapitel, in dem die mit der phönizischen Kultur verbundenen Begriffe »Ägyptisierung – ­Orientali­sierung – Hellenisierung« diskutiert werden. Ein Anhang zu den wichtigsten Schriftquellen, der grundlegenden Literatur und eine erweiterte ­Biblio­grafie schließen das Werk ab, das mit nur 30 SW-Abbildungen zwar spärlich illustriert ist, aber äußerst detailliert und kenntnisreich die spannende Geschichte und Kultur der Phönizier schildert.

Dirk Paul Mielke


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