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Buchrezension

Geheimnisvolles Kreta

Beat Schneider

Erste Hochkultur Europas. Kulturführer & Reiseführer

Bern: edition amalia 2013, 326 S., 226 meist farb. Abb., 36,90 Euro

Der Titel lässt zunächst stutzen, denn Kreta ist eine Insel und keine Kultur. Erst bei weiterem Blättern wird klar, dass es inhaltlich in dem Werk um die minoische Kultur der Bronzezeit Kretas geht bzw. um die »Geheimnisse der ersten Hochkultur Europas«. Das Buch möchte zwei Ziele erfüllen: Zum einen Kulturführer sein und eine umfassende Einführung in die minoische Kultur und Kunst geben und zum anderen als Reiseführer dienen. Der Zielsetzung entsprechend ist das Buch zwei­geteilt. In der ersten Hälfte wird in 11 Kapiteln die Einführung präsentiert und im zweiten Teil werden 13 Reisen zu ausgewählten »mythischen Orten« (nicht nur minoischen) angeboten. Leider mangelt es hier an illustrativen Karten und Plänen. Insgesamt ist dem Autor eine besondere Begeisterung für das Thema nicht abzusprechen, doch werden in dem Buch vor allem Geschichten erzählt und keine Geschichte dargeboten. Deshalb wirkt es auch recht unstrukturiert. Ein Hauptproblem dabei ist die fehlende Trennung von Fakten und Interpretationen. Zudem ist der Autor geradezu missionarisch bemüht, immer wieder den besonderen fried­- lichen und egalitären Charakter der ­minoischen Gesellschaft und die besondere Stellung der Frauen hervorzuheben. Fazit ist, dass die Begeisterung für ein Thema nicht automatisch dazu ­prädestiniert, dieses auch in Buchform zu vermitteln. Zum Glück mangelt es ­gerade für Kreta nicht an einer Vielzahl hervorragender Reise- und Kultur­­führer.

Dirk Paul Mielke


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