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Buchrezension

Heiliger Luxus. Der römische ­Silberschatz von Berthouville

Kenneth Lapatin (Hrsg.)

Darmstadt: Verlag Philipp von Zabern 2017, 192 S., 98 Farb- und 21 S/W-Abb., 2 Karten, 89,95 Euro

Der 1830 in einem gallo-römischen Tempel bei Berthouville in der Normandie gefundene Schatz ist mit ca. 90 Gefäßen, Statuen und Fragmenten einer der bislang größten Fundkomplexe römischer Votivgaben aus Silber. Inschriften belegen RömerInnen, Einheimische und Freigelassene als Stifter der Gegenstände für Merkur, den Gott des Handels und Reichtums. Während der Umbauarbeiten im Cabinet des médailles Paris, wo der Schatz üblicherweise aufbewahrt wird, konnte das J. Paul Getty Museum die Funde restaurieren und zu einer Ausstellung in den USA zusammenstellen. Vorliegender Begleitband berichtet in sechs Kapiteln über den Schatz, gibt einen historischen Abriss über die ersten nachchristlichen Jahrhunderte in Gallien, stellt vier ebenfalls aus Paris ausgeliehene spätrömische Silberplatten vor, beschreibt auch für Laien verständlich und nachvollziehbar die Restaurierung der Silberobjekte mit teils überraschenden Ergebnissen, geht auf den Luxus bei den Römern ein und schließt mit einer Geschichte des Cabinet des médailles ab. Eingestreut in den Text werden – farblich abgesetzt – elf besonders exzeptionelle Objekte des Silberschatzes detailliert beschrieben und in antike Zusammenhänge eingeordnet. Neu angefertigte großformatige Farbfotos laden den Leser zum genauen Studium der Funde ein. So ist ein schönes und sehr informatives Buch entstanden, dessen hoher Preis dem Verkauf leider nicht gerade förderlich sein dürfte.

Ellen Riemer


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