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Buchrezension

Lykien

Frank Kolb

Darmstadt 2018: wbg Philipp von ­Zabern, 784 S., 290 Abb., 99,95 Euro

Viele werden sich noch an den Gelehrtenstreit zwischen dem Trojaforscher Manfred Korfmann und Frank Kolb, dem Autor des vorliegenden Werkes, erinnern. Es ging um die Einschätzung der Grabungsergebnisse am Hisarlik Hügel (Schliemanns Troja), vor allem um die Qualität der Unterstadt, sowie um die Einbindung der Siedlung ins Hethiterreich. Die differierenden Einschätzungen blieben bestehen. Während Korfmann wegen seines frühen Todes seine Ergebnisse nicht mehr vollständig auswerten und publizieren konnte, legt Kolb nun mit diesem Opus ein schriftliches Monument vor, das zumindest indirekt nochmals die hohe wissenschaft­liche Qualität und Bedeutung der dama­ligen Auseinandersetzung verdeutlicht.

Aufgezeigt wird Landschaft, Geschichte und Kultur der Lykischen Halbinsel im Südosten Anatoliens von der Bronzezeit bis weit in die Ära hellenistischer Vorherrschaft. Kernpunkt ist die autonome Zeit lykischer Hochkultur ab dem 6. Jh. v.Chr., als hier erstmals Münzen geprägt wurden, die attische Einflüsse zeigen und durch Porträts auf ­dynastische Strukturen Lykiens hinweisen. Daneben zeugen Grabmonumente, Bauwerke und Inschriften vom hohen Stand der Kultur sowie von ihren Verknüpfungen mit anderen Bereichen des östlichen Mittelmeers: Insgesamt eine umfassende Darstellung dieses Siedlungsraumes, der symptomatisch für die eminente historische Bedeutung des gesamten vorderasiatischen Raumes stehen kann.

Für an Hochkulturen Vorderasiens Interessierte sicher ein gewaltiger »Fun­dus«.

AW


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