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Buchrezension

Sarissa – Die Wiederentdeckung einer hethitischen Königsstadt

Andreas Müller-Karpe

Darmstadt: Verlag Philipp von Zabern 2017, 175 S., 161 meist farb. Abb., 29,95 Euro

Es ist sehr erfreulich, dass die spätbronzezeitlichen Hethiter nach und nach ihren Nischencharakter in der Forschung verlieren und noch erfreulicher, dass dies auch die Vermittlung in der breiten Öffentlichkeit betrifft, wie das vorliegende Buch demonstriert. Der Autor liefert eine Zusammenfassung der wissenschaftlich sehr bedeutsamen Forschungsergebnisse in der hethitischen Stadtruine von Ku?akl? (Türkei), die dort unter seiner Leitung von 1993 bis 2004 stattfanden. In 18 Kapiteln werden, beginnend mit der Entdeckung und der Erforschung, die Situation der Stadt, deren Einrichtungen und Geschichte sowie die späteren nicht-hethitischen Befunde vorgestellt. Dank während der Ausgrabung zu Tage gekommener Keilschrifttafeln konnte der hethitische ­Namen der Stadt – Sarissa – wiedergewonnen werden. Somit war es auch möglich, die Befunde und Funde mit der bisher bekannten hethitischen bzw. ostmediterranen Geschichte zu verbinden. Dies ist auch ein herausragendes Kennzeichen des vorliegenden Buches, denn der Autor ordnet in anschaulicher und lebendiger Weise die Forschungsergebnisse in größere Zusammenhänge ein. Einige wichtige Forschungsergebnisse werden dabei aber ignoriert. Hervorzuheben sind die vielen ausgezeichneten und sehr gut auf den Text abgestimmten Fotos und Rekonstruktionen. Ein Anhang mit Anmerkungen und einer Bibliografie rundet das ­lesens- und schauenswerte Buch ab.

Dirk P. Mielke


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