Denkmal: Knollenknaufschwerter

Die keltischen Rapiere

Text: Moritz Paysan, Diplom Restaurator, Württembergisches Landesmuseum, Stuttgart

Knollenknaufschwerter gehören zu den seltensten keltischen Schwerttypen. Die Fundstellen liegen häufig in Seen und Flussfurten, wo die vollständig aus Eisen geschmiedeten Waffen im Schlamm unter Luftabschluss lagerten und aufgrund des Sauerstoffmangels meist nur geringfügig korrodierten. Die typischen Merkmale Knollenzier, Mittelgrat und zipfelige Mittelverbreiterungen sowie die Konzeption als Stichwaffe finden sich nur noch bei wenigen keltischen Schwertern aus dem 5. Jh. v. Chr. Mithilfe von Röntgenaufnahmen, Computertomographie, Metallographie und durch Beobachtung der Oberflächenstrukturen wurde versucht, die Herstellungstechnik der ganz aus Eisen geschmiedeten Knollenknaufschwerter zu rekonstruieren. Durch die Röntgenanalyse der unterschiedlichen Griffkonstruktionen konnten die Knollenknaufschwerter zeitlich geordnet werden. Im Laufe ihrer Entwicklung veränderte sich die Art der Montage und die Anzahl der Einzelteile, aus denen die Griffe zusammengesetzt sind. Technisch verfeinert wurde auch die Aufhängekonstruktion der Schwerter, das so genannte Beschläg, mit dem die Schwertscheiden abnehmbar auf einem größeren Gegenstand befestigt werden konnten. Die technische Analyse der durch ihre schlanke Eleganz bestechenden Knollenknaufschwerter ergibt ein Bild rationell durchdachter Arbeitsabläufe, die im Rahmen einer Kleinserienproduktion stetig optimiert wurden. (...)

Den ausführlichen Originalbeitrag finden Sie in Heft 3 / 2002.

 

Diese Ausgabe ist nicht mehr erhältlich

 

Buchrezension:
BodenSchätze – Archäologie in Köln

Köln: J.P. Bachem Verlag 2018, 143 S., zahlr. farb. Abb., 18,95 Euro


AiD-Lexikon:
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Riesige frühmittelalterliche Wallanlage im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Dänemark.